Kunstgiesserei Flierl

Wachsausschmelzverfahren in Schamotte oder ceramic shell


 

Wir arbeiten im traditionellen Wachsausschmelzverfahren in ceramic shell oder in Gipsschamotte.
Das Wachsauschmelzverfahren wird am Beispiel der Bronzeplastik „Grete Minde“, die von dem Künstler Lutz Gaede geschaffen wurde veranschaulicht.

Die Plastik wurde 2009 in Tangermünde aufgestellt.

 



Sie möchten einen Bronzeguss im Wachsausschmelzverfahren anfertigen lassen?
Wir beraten und unterstützen Sie gerne!

 

Wachsausschmelzverfahren in der Giesserei Flierl


Traditionsreiches Feingussverfahren

Das Wachsausschmelzverfahren gehört zu den ältesten Gussverfahren. Es kommt insbesondere bei formtechnisch schwierigen Modellen zur Anwendung oder wenn besonders hohe Anforderungen an die Oberflächengenauigkeit und -schärfe gestellt werden. Durch das Anfertigen einer Silikonform besteht die Möglichkeit mehrere Exemplare eines Kunstwerkes herzustellen.

Lost wax casting

In diesem Gussverfahren wird ein Modell aus Wachs hergestellt und mit der entsprechenden Formmasse ummantelt. Beim anschließenden Brennprozess entsteht ein Formhohlraum bzw. eine Hohlform, in die das Metall eingegossen wird. Nachdem das Metall erstarrt ist, wird die Gussform zerschlagen und der Rohguss freigelegt. Dieser wird anschließend ziseliert und patiniert.

Kopie der Ildefonso-Gruppe in Bronze, gegossen in der Giesserei Flierl.
 

Varianten beim Wachsausschmelzverfahren

Das Wachsausschmelzverfahren kann in Gipsschamotte oder als shellcasting ausgeführt werden. Beide Verfahren unterscheiden sich durch die verwendete Formmasse voneinander. Die Wahl des Verfahrens ist unter anderem abhängig von der Größe der zu gießenden Objekte.

 

Blockformen aus Gipsschamotte

Werden größere Objekte gegossen, erfolgt das Einbetten der Wachsmodelle in Gipsschamotte, einem Formstoff-Gemisch aus Gips, Ziegelmehl und Wasser. Diesem Arbeitsgang im Wachsausschmelzverfahren gehen etliche Arbeitsschritte voraus:

Am Anfang des Herstellungsprozesses steht natürlich das Originalmodell, das der Künstler in Gips, Holz, Ton oder einem anderen Material angefertigt hat, mit dem Wunsch dieses in Metall gießen zu lassen. Von diesem Original wird zunächst eine meist zweiteilige Negativ-Form aus Silikon hergestellt. Diese Silikonform zeigt alle Feinheiten der Oberfläche des Originals.

Im nächsten Arbeitsschritt wird die Silikonform mit einer dünnen Wachsschicht ausgepinselt und ausgeschwenkt. In den Hohlraum wird ein Kern aus Gipsschamotte eingegossen. Nach dessen Erstarrung wird die Silikonform geöffnet und das in Wachs umgesetzte Modell entnommen. In diesem Stadium können die Modelle von Künstlern nochmals in der Gießerei überarbeitet und korrigiert werden.

Damit sich die Bronze beim Gießen gleichmäßig verteilt, wird das Wachsmodell mit einem Anguss- und Entlüftungssystem aus Wachsstangen versehen und anschließend in Gipsschamotte, einem Gemisch aus Gips und Ziegelmehl, eingebettet. Beim anschließenden Brennprozess wird die Form festgebrannt und das Wachs komplett ausgeschmolzen - die eigentliche Gussform entsteht. In diese Form wird nun die flüssige Bronze gegeben. Ist das Metall erstarrt, wird die keramische Hülle abgeschlagen und der Rohguss freigelegt.

Danach beginnt die Arbeit des Ziseleurs. Er entfernt die Angusssysteme, den Kern und die Kernstifte. Mehrteilig gegossene Objekte werden zusammengeschweißt und die Schweißnähe so weit bearbeitet, dass diese nicht sichtbar sind. Am Schluss der Bearbeitung muss der Guss genau dem Originalmodell entsprechen.

Die abschließende Behandlung übernimmt der Patineur. Ihm stehen verschiedene chemische Substanzen zur Verfügung, um die Oberfläche einzufärben. Die Lösungen können aufgepinselt, aufgesprüht oder eingebrannt werden. Der Ausdruck desselben Objekts kann sich durch unterschiedliche Oberflächenbehandlungen und Färbungen stark verändern. Zum Schluss wird eine feine Wachsschicht aufgetragen, die die Kunstwerkoberfläche konserviert.

Formen in ceramic shell

Beim Bronzeguss kleinerer Objekte, bietet sich das ceramic shell Verfahren an.

Anders als bei der Blockformen-Methode werden Wachsmodelle in diesem Formverfahren von einer feuerfesten keramischen Schale umgeben.

Der Aufbau der keramischen Form erfolgt über ein Tauchbad und anschließendes Besanden mit feuerfesten Stoffen wie Silikaten.

Nach Trocknung dieses Überzuges wird derselbe Arbeitsgang einige Male wiederholt, bis sich eine ca. 1 cm dicke Schicht gebildet hat.

Anschließend werden diese Formen bei Temperaturen von 600 Grad im Brennofen ca. 2 bis 3 Stunden schockausgebrannt: Dabei wird die Form fest gebrannt und das Wachs schmilzt aus.

In die nun entstandene Gussform wird die Flüssigbronze gegeben. Die Formen können in kaltem Wasser sofort abgekühlt und der fertige Rohguss freigelegt werden.

 

 

 

Im Wachsausschmelzverfahren entstanden in der Kunstgießerei Flierl -

Das Wachsausschmelzverfahren in 10 Schritten

  • Der Künstler bringt das Modell, dass in Bronze gegossen werden soll; diese Original kann bestehen aus den Materialien: Gips, Ton, Keramik, Holz, Wachs
  • Herstellung einer Negativform aus Silikon
  • Anfertigung des Wachsmodells und Anbringen von Einguss- und Entlüftungskanälen am Wachsmodell
  • Einbettung des Wachsmodells in Gipsschamotte oder Keramikschale
  • Festbrennen der Form und Ausbrennen des Wachses im Brennofen
  • Flüssiges Metall wird in die ausgebrannte Form gegossen
  • Zerschlagen des Schamottemantels & Freilegung des Rohgusses
  • Ziselieren des Rohgusses; Abtrennen der Eingusssysteme, Entfernen des Kerns, Zusammenschweißen von mehrteilig gegossenen Objekten
  • Patinieren und Konservieren der Skulptur-Oberfläche